Frauen in der IT

Ich bin in letzter Zeit oft auf den Eindruck gestoßen, Frauen haben doch sicher keine Schwierigkeiten mehr in der IT, bei der ganzen Gleichstellung. Daher schildere ich ein wenig meinen Eindruck als Frau in der IT, was mir so begegnet ist und wie meine bisherigen Erfahrungen waren.

Ich war schon immer gut in Mathe, oft hörte ich, dass es für Frauen eher ungewöhnlich sei. Aber ich mochte es und es fiel mir leicht, alles war so logisch und die richtige Lösung nicht eine Frage der Interpretation.

So war es naheliegend, dass ich mich für Informatik interessierte und mich für eine Ausbildung in dem Bereich entschied. In der Berufsschule sah man sehr wenige Frauen, es interessierten sich für diesen Beruf nunmal mehr Männer. Zunächst hielt ich das für kein Problem. Obwohl es keiner aussprach – denn so etwas sagt man nicht –  hat man schon gemerkt, dass es einige Menschen gab, die einem weniger zugetraut haben. Die Erwartungshaltung ist nun mal eine andere, keiner hat mir in all den Jahren gesagt, dass er denkt, ich könne das nicht, weil ich eine Frau bin. Aber man hat es unterschwellig doch das ein oder andere Mal gemerkt.

Wie gesagt, am Anfang war das kein Problem, ich war gut, da ergibt sich das zutrauen irgendwann von alleine. Mittlerweile denke ich da ein wenig anders, es ist anstrengend und es nervt ständig 300% geben zu müssen, damit mich nachher jemand vielleicht ernst nimmt.

In Gesprächen habe ich noch keinen erwischt, der offen zugeben würde, dass er einer Frau nichts zutraut, weil sie eine Frau ist, aber man merkt es manchmal schon. Am Ende steht oft die Frage, ob der Andere genauso gehandelt hätte, wenn ich ein Mann wäre.

Am Anfang wurde ich oft ‘darauf vorbereitet’, dass die meisten meiner Kollegen Männer sind. Das finde ich überhaupt nicht schlimm. Nach der dutzendsten lieb gemeinten Frage wie ich denn als Frau zu einem Männerberuf komme und man mir das ja gar nicht ansehen würde, bin ich genervt. Obwohl meine Interessen definitiv in der IT liegen, bin ich zunehmend unsicherer, ob ich den Kampf ein Leben lang mitmachen möchte.

Abschließend kann ich sagen, dass ich keine Notwendigkeit eines bestimmten Geschlechts für dieses Aufgabengebiet sehe. Eine Frau sollte sich aber bewusst sein, dass die Möglichkeit besteht, sich immer wieder zu fragen, ob der Andere bei einem Mann genauso gehandelt hätte.

2 Gedanken zu „Frauen in der IT

  1. neontrauma

    Mh, bei uns auf der Etage, die komplett aus Entwicklern besteht, sind wir exakt zwei Frauen. Das bedeutet in erster Linie den ungemeinen Luxus, nie vor einem besetzten Klo warten zu müssen. :D
    Ich hab mich bisher selten erklären müssen, warum ich als Frau Informatik studiert habe, in der IT arbeite und auch generell mehr mit Technik anfangen kann als so mancher Kerl. Mein Cheffe meinte mal, bei meiner Bewerbung sei er sich anfangs nicht sicher gewesen, wie eine Frau denn wohl in so einer “Fußballmannschaft” wie unserem Team bestehen würde. Ich denke aber, ich hab mich ganz gut eingelebt. ;) Liegt vermutlich nicht zuletzt daran, dass ich mit Kerlen meistens viel besser zusammen arbeiten oder einen trinken kann als mit so Klischee-Tussis.

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  2. Rob

    Tja, Anne, kommt wohl immer auf die Fußballmannschaft (Kindergarten XD) an und auf die Ellenbogen die man dann dazu braucht. Das kann je nachdem schwieriger sein oder auch nicht.

    Aber eigentlich sollte man keine Ellenbogen brauchen und es sollte auch keine Fußballmannschaft sein.

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